Um die berühmten Worten aus einem Science-Fiction Roman zu zitieren:” Unsere Rasse hat mehr vergessen als Eure je wissen wird”. So ähnlich ging es mir vor allem gestern, am ersten Tag in der Schule.
Doch von Anfang an: Am Montagmorgen assen Han-Sama, seine Frau und ich zusammen Frühstück; so richtig im japanischen Stil. Han-Sama hat sein eigenes Geschäft, gerade mal 3 Minuten zu Fuss, wie er mir mitteilt, als wir zusammen das Haus verließen. Nachdem ich in eine andere Richtung aufbrach, fand ich anhand meiner vorbereiten Karte die Sprachschule auf Anhieb. Um 9:30 musste ich dort sein um einen Einstufungstest zu absolvieren, den ich per Internet noch hätte machen sollen und bewusst versifft habe, da klar war, dass an jenem ersten Tag sowieso ein gleicher Test stattfand. Von den vier Seiten hatte ich zwar erst auf der letzen zu kämpfen, nichtsdestotrotz aus der darauf folgenden Nachbesprechung stelle sich heraus, dass es “mein” Niveau nicht gibt. Etwas höher oder etwas tiefer gab es wohl. Also wählte ich das Tiefere um das Vergessene in der restlichen Zeit aufzuarbeiten. Anschliessend erhielt ich noch einen Abrieb mit Do’s und Don’t’s. Das stand ja alles schon in den Begleitdokumenten… Ich liess es über mich ergehen und erhielt meinen Stundenplan, der jede Woche am Freitag neu für die Kommende zusammengestellt wird. Diese Woche jeweils von 9:30 bis 11:30 und 12:30 bis 14:30, täglich vier Stunden. Nach dem Mittagessen, das aus zwei kleinen Reisdreiecken bestand -mehr hatte nach diesem üppigen asa-gohan auch nicht Platz- starteten die ersten Stunden. Das Frühstück bestand übrigens aus zwei grossen, gepressten Reisdreiecken, einer Suppe, einem Stück geräuchertem Lachs und Salat.
Zurück zur Unterricht: Aktuell wird die te-Form behandelt, welche einer außergewöhnlich unregelmässiger Natur entspringt. Wie immer lernt man die Ausnahmen, denn die sind wichtig. Der Rest ist dann einfach. Right.
Die Klasse besteht aus sechs bis sieben Studenten, wobei wir heute nur noch sechs waren und warum eine Person gestern irgendwie dabei war, weiss ich nicht. Muss ich auch nicht. Wieder zurück zur Klasse: Queerbeet verteilt sind die Herkunftsländer: Kanada (blame Canada…), USA und Califormien sowie Grait Britan und Tschilli (Chile).
Ich habe mich einigermaßen duregmetztget und nach dem Unterricht noch weitere drei Stunden in einem Cafè mit Lernen zugebracht. Takusan wasuremashita. Gegen 18h ging ich nach Hause. Normalerweise ist nur das Morgenessen bei der Gastfamilie mit dabei, ein Service der Schule beinhaltet, dass man für gerade mal sechs Franken sich am Abendessen beteiligen kann. So hatte ich schon am Sonntagabend abgemacht, dass ich jeweils Montag und Dienstag mit der Gastfamilie essen würde und wir uns austauschen können. Es gab eine tolle Auswahl an Sashimi und einen grossen Topf mit Sukijaki. Nach dem Essen duschte ich nach japanischer Art und zog mich in mein Zimmer zurück um noch etwas zu lernen. Zehn Minuten Zappen beendeten diesen Tag.
Heute morgen gab es ein etwas kleineres Frühstück, welches im Gegensatz zu gestern zwar auch aus Salat bestand, jedoch begleitet von einem Nan, in welches ein längs geteiltes Würstchen mit Käse überbacken war. Etwas ungewohnt, war aber gut. Dazu wiederum eine Suppe.
Wiederum in der Schule gab ich meine Hausaufgaben ab und wir widmeten uns zweien der unzähligen Zählsuffixes. Ist es jetzt klein oder lang und warum zählt man die Essstäbchen nicht mit den Suffix für Langes??? Abgesehen davon dass eine Melone ebenso wie eine Orange gezählt wird, verwirrte die anderen durchaus ein bisschen. Ging mir auch schon so. Danach kamen ein paar Kanjis dran und bald war es Mittag. Wir gingen zusammen in ein Restaurant und wenn man das Setto nimmt, erhält man gutes, füllendes Essen für ungefähr 8-9 Franken. Nicht dass ich darauf achten würde, dem nicht so festen Japankenner soll nahgebracht werden, dass Nihon nicht teuer ist.
Mit vollen Bauch starteten wir den Nachmittag mit etwas Grammatik über die te-Form, verbanden ein paar Sätze und schickten uns an der Wanddtafel durch die Stadt: mossugu ixte, hitotsume no shingo o hidari ni magatte kudasai. Toshokan wa michi no hidarigawa ga arimasu. (Gehen Sie geradeaus, bei der zweiten Ampel links und dann linkerhand befindet sich die Bibliothek) Alles klar?
Nach der Schule setzte ich mich wieder in ein Kissaten (Cafè) und lernte weiter. Beim Nachtessen konnte ich schon einige Worte mehr als gestern, der Anteil an Englisch nahm schon merklich ab. Frau Han hilft mir und korrigiert mich. Heute gab es frittierte Bällchen mit Huhn, Gehacktem und “Cream”. Nicht in Kombination, jedes war für sich. Dazu erhleiten wir eine Schüssel mit in Sojasauce gebratenens Gemüse und ein schmackhaftes Ei-Krabbenfleisch Gemisch, an dessen Name ich mich schon nicht mehr erinnern kann.
Inzwischen ist es zehn Uhr abends, in der Zwischenzeit habe ich noch geduscht und etwas gelernt sowie diese vielen Zeilen ergänzt. Das war für heute.
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