Teil 1: Frankfurt, die Sonne brennt, die Frisur auch...
Vor eiern guten Stunde bin ich hier angekommen, die Musik von der Cafeteria dröhnt mir ins Ohr. Habe soeben was Keines gegessen und warte nun bis es weitergeht.
Heute Morgen hat mich meine Mutter am Flughafen verabschiedet nachdem wir noch einen Kaffee getrunken hatten.
Dies war nun die letzte Woche in Gümligen, der Abschied fiel nicht ganz o leicht, hatte es mir doch gut dort gefallen. Am Freitag dann die letzten Vorbereitungen wie die noch reingeschneite Steuerrrechnung und das zu Packende zusammenstellen. Am Morgen jedoch war ich noch kurz im Geschäft, um die Zeiterfassung abzuschließen und den Notebook sowie den Schlüssel zu deponieren. Auf dem Heimweg dann noch kurz die Hemden aus der Reinigung holen und im Coop was zu Essen einkaufen. Gegen den späten Nachmittag fuhr ich nach Chur, besuchte kurz meine Mutter und anschliessend gingen Marcel, Jessi und Wiali ins Restaurant, wo wir im kleinen Kreis Marcel’ Geburtstag feierten. Marcel erzählte uns von seinem Abenteuer in Ecuador. Am späteren Abend fuhr ich dann wieder nach Hause und stellte den Audi in Ruhezustand, soll heissen: Batterie abhänge und Nummern weg. Bis Mitternacht habe ich dann noch gepackt und festgestellt, dass der Rucksack etwas schwer ist. Darum kümmere ich mich dann in Japan.
Als ich so schreibe, sehe ich zufällig mal raus und denke mir so: Der Vogel nebenan ist ja ganz schön gross. Auf den zweiten Blick erkenne ich erst, dass es ein A380 auf dem Flug nach Tokyo mit Namen Tokyo ist.
Teil 2: Es ist Sonntag Mittag, sitze in einem Café im Bahnhof von Shin Osaka und habe die Abfahrtstafeln vom Shinkansen voll im Überblick. Schräg hinter mir steht eine junge Dame, die die Personen, die das Café betreten an den Ausschankschalter hin zeigt. Da kommt mir wieder die Baustelle einer Fassadenrenovation in den Sinn. Item, das gehört einfach zu Japan.
In rund einer Stunde werde ich den Shinkansen besteigen, besser gesagt einen Nozomi, seines Zeichens der schnellste seiner Art: Die ca. 550km von Shin-Osaka bis Hakata macht er in gut zweieinhalb Stunden.
Gestern stieg ich dann in den Flieger, hatte meine gewünschten Gang-Platz und ohne Verzögerung hoben wir ab. Es folgte elf Stunden von “Boring, boing, boing”. Habe ein paar Sitcoms und den Film RED geschaut, dazwischen gab es Abendessen. Anschliessend folgte eine äußerst kurze Nacht, gefolgt von einem außergewöhnlich gewöhnlichem Frühstück. Müde, pünktlich und im Sonnenschein trafen wir in Osaka Kansai ein. Die Einreise- und Zollformularitäten gingen einfach von der Hand, wenn auch mit ziemlich gebrochenem Japanisch. Den Bancomaten hatte ich schnell gefunden und mit ein paar einheimischen Scheinen in der Tasche fühlt man sich schon gleich besser. Das Kapitel mit dem Nichtsoganzverstehen folgte danach am Bahnschalter, als ich die Tickets nach Hakata kaufen wollte. Der Schalterbeamte konnte nicht so ganz nachvollziehen, dass ich es nicht eilig hatte und nicht den unmittelbaren Anschlusszug benötigte. Nach etwa 45 Minuten Fahrt kam ich in Shin-Osaka an und gönnte mir in einer zuerst einmal eine 500 Yen- also eine 6-Franken-Udon-Nudelsuppe mit einem Stück geräuchertem Fisch drin. Damit wäre der erste Hunger gestillt.
Der geneigte Leser mag sich fragen, ob ich mir das Schreiben des Logbuches auf meinem altgedienten Hobbytouchscreen-Mobile antue. Sicher nicht! Ich habe vor ein paar Monaten ein Netbook gekauft, um einerseits ein leichtes Eingabe- und Anzeigegerät herumzutragen und andererseits um abzuschätzen, ob das was taugt. Ja und nein. Ja, es taugt zum Schreiben und nein, es reicht kaum für was anderes. Kein Wunder gehen die Verkaufzahlen zurück. Es würde mich auch nicht wundern, wenn diese Gerät sein unsägliches Ende an einer Laterne findet. Doch dieses Kapitelchen hat nicht direkt mit der Reise zu tun.
Mir fällt gerade auf, dass -während mir der Sitznachbar unvermittelterweise und ohne schlechtes Gewissen seinen Zigarettenrauch vor der Nase vorbeiziehen lässt- das Rauchen in den Lokalitäten noch gang und gäbe ist.
Teil 3: Bei der Gastfamilie angekommen, zum Zweiten… irgendwie
Inzwischen bin ich in meinem Zimmer angekommen. Dass das einfach ist, steht auf einem anderen Blatt. Die reise mit dem Shinkansen war von akuten Müdigkeitsanfällen abgesehen wieder mal ein Erlebnis. Da kann der Zug Züri-Bern einpacken. Habe viel Gegend schnell gesehen und kam pünktlich in Hakata um 16:45 an. Noch auf dem Bahnhof rief ich die Gastfamilie an, resp. die Nummer die darauf stand. Nach ewigem Läuten nahm dann doch jemand ab und fragte mich was ich in eine Kirche wolle. ??? Naja, wohl die Telefonnummer falsch abgeschrieben. Wie erwarte war das dann nicht der Fall und ich rief bei der mobilen Nummer an, wogleich prompt erst recht keiner abnahm.????? Ich hatte ja die Adresse und die schon mal vorsorglich in der Schweiz ausgedruckt. Also lief ich dorthin um festzustellen, dass in dem Haus tatsächlich eine Kirche war Ich kürze jetzt ab. Der Hausherr war ziemlich verblüfft mich zu sehen, konnte jedoch gegen die “Reservierung” erstmals auch nix sagen. Die Leute baten mich herein, luden mich zum Nachtessen ein. Da an sich das Nachtessen beim Homestay nicht dabei ist, habe ich ja auf dem Weg zu Abend gegessen… Dann ass ich also zu Abend, nochmals. Hatte ein paar ganz nette Unterhaltungen, in der Zwischenzeit rief der verwirrte Hausherr die Schule an um dies zu klären. Ein halbe Stunde später stand dann ein Mensch von der Sprachschule vor der Tür, er bringe mich nun zu meiner richtigen, auf mich mit dem Abendessenwartenden Gastfamilie vorbei. Nun ja, Han und Kan sind ja fast gleich… Nichtsdestotrotz luden mich die Leute vom Gospelchörli ein, ich solle doch mal vorbeischauen.
Danach kam ich wieder bei der Gastfamilie an, wir habe ein bisschen geredet, die Regeln besprochen, die Wohnung erklärt bekommen und ich konnte endlich mal Duschen. Juhee. Gleich gehe ich ins Bett, morgen beginnt die Sprachschule um halb zehn, ein Wahnsinnsmarsch von fünfzehn Minuten.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen