In Fukuoka ist die Situation nur durch Einschätzungen von sich Selbst-zu-Kernkraft-Spezialisten-erhobenen-Journis und Kleingeist-Kommentaren-von-Schweizer-Tageszeitungen einsehbar. Man sollte nicht alles glauben was Politiker sagen, Zeitungen schreiben und in den Nachrichten erzählt wird. Die Filme schneller ablaufen zu lassen um die Dramatik zu steigern, ist nicht gerade seriös und beruhigend für die betroffenen Leute hier und anderswo.
Das war mein Kleingeist-Kommentar, ebenfalls nicht ganz vorort.
Ich kam nach Japan um zu Reisen, dies dürfte sich auch erst in zwei Wochen nach dem Auffrischen der Sprache nicht als einfach erweisen.
Ich habe mich gestern dazu entschlossen, meine Reise abzubrechen. Heute Abend sollte ich die definitiven E-Tickets erhalten und voraussichtlich am Mittwoch Morgen in die Schweiz zurückzukehren.
Ich habe jedoch vor, wieder nach Japan zu reisen. Es ist auch beim nächsten Mal möglich, ein (inzwischen nach oben auf Magnitude 9.0 korrigiertes) Erbeben nicht zu erleben.
Blog Ende
Miis Reisli
Sonntag, 13. März 2011
Freitag, 11. März 2011
Erdbeben in Tokyo
Zuerst: Bin in Ordnung. Keine Auswirkungen in Fukuoka.
Hier in Fukuoka haben wir keine Erschütterungen gespürt, auch der im Osten grosse Tsunami blieb auf der abgewandten, d.h. nordwestlichen Seite, sprich Fukuoka aus.
Habe vor ein paar Minuten ein Rundum-SMS und mehrere Emails mit Infos zu meiner Situation versandt. Verbindungen per Telefon sind äussert schwierig, musste mehrere Male versuchen anzurufen und dazwischen lange warten. Dies wird sich vermutlich noch nicht so schnell besseren. Internet scheint recht ob, habe SMS via Bluewin aus der Schweiz direkt versandt.
Informationen treffen nur spärlich ein, da nur wenige nationale Sender den vielen international sendenden Stationen gegenüber stehen. So verwundert es mich nicht, (wie auch schon letztes Mal) aus der Schweiz informiert zu werden.
Zu Situation um 23h Lokalzeit:
Das Beben -anscheinend im Raum Tokyo- dauerte lange drei Minuten und erreichte eine noch nie gemessene 8.9 auf der Skala.
Zurzeit werden Bilder aus Tokyo gesandt, welche die üblen Überschwemmungen im Nord-Osten zeigen. Die Leute wurden anscheinend rechtzeitig gewarnt und sind in die Höhe geflüchtet. Der Tsunami ist nun auf seinem Weg durch den Pazifik, gelangte stark abgeschwächt auf die andere Seite Japans.
Energie scheint in Tokyo wieder vorhanden, es fahren natürlich keine Züge und die Strassen sind komplett verstopft. Die Leute sind zu Fuss unterwegs. Über Schäden in Tokyo ist mir noch nichts bekannt. Auch das Epizentrum ist noch nicht kommuniziert, ist im Moment auch nicht wichtig.
Über andere Küstengebiete sind ebenfalls keine Infos erhältlich. Wie erwähnt ist die Kommunikation eingeschränkt, resp. Die Einrichtungen überlastet.
Die Welt dreht sich weiter, auf das Wochenende habe ich einen Ausflug nach Beppu vorgesehen. Sollte die Situation dort nicht gut sein, kehre ich gleichentags zurück. Über die zweite Woche berichte ich aus aktuellem Anlass später.
Hier in Fukuoka haben wir keine Erschütterungen gespürt, auch der im Osten grosse Tsunami blieb auf der abgewandten, d.h. nordwestlichen Seite, sprich Fukuoka aus.
Habe vor ein paar Minuten ein Rundum-SMS und mehrere Emails mit Infos zu meiner Situation versandt. Verbindungen per Telefon sind äussert schwierig, musste mehrere Male versuchen anzurufen und dazwischen lange warten. Dies wird sich vermutlich noch nicht so schnell besseren. Internet scheint recht ob, habe SMS via Bluewin aus der Schweiz direkt versandt.
Informationen treffen nur spärlich ein, da nur wenige nationale Sender den vielen international sendenden Stationen gegenüber stehen. So verwundert es mich nicht, (wie auch schon letztes Mal) aus der Schweiz informiert zu werden.
Zu Situation um 23h Lokalzeit:
Das Beben -anscheinend im Raum Tokyo- dauerte lange drei Minuten und erreichte eine noch nie gemessene 8.9 auf der Skala.
Zurzeit werden Bilder aus Tokyo gesandt, welche die üblen Überschwemmungen im Nord-Osten zeigen. Die Leute wurden anscheinend rechtzeitig gewarnt und sind in die Höhe geflüchtet. Der Tsunami ist nun auf seinem Weg durch den Pazifik, gelangte stark abgeschwächt auf die andere Seite Japans.
Energie scheint in Tokyo wieder vorhanden, es fahren natürlich keine Züge und die Strassen sind komplett verstopft. Die Leute sind zu Fuss unterwegs. Über Schäden in Tokyo ist mir noch nichts bekannt. Auch das Epizentrum ist noch nicht kommuniziert, ist im Moment auch nicht wichtig.
Über andere Küstengebiete sind ebenfalls keine Infos erhältlich. Wie erwähnt ist die Kommunikation eingeschränkt, resp. Die Einrichtungen überlastet.
Die Welt dreht sich weiter, auf das Wochenende habe ich einen Ausflug nach Beppu vorgesehen. Sollte die Situation dort nicht gut sein, kehre ich gleichentags zurück. Über die zweite Woche berichte ich aus aktuellem Anlass später.
Montag, 7. März 2011
Ein Wochenende in Kagoshima
Nachdem ich mit meiner Gastfamilie am Samstagmorgen frühstückte, machte ich mich auf den Weg, Nach rund einer halben Stunde zu Fuss erreichte ich den Bahnhof von Hakata, genehmigte mir noch einen Kaffee und stieg in den Zug gen Süden. In einer Woche wird die komplette Strecke mit dem Shinkansen befahrbar sein, heute muss man noch mit einem normalen Zug vorlieb nehmen. Zumindest gilt das für die ersten 90 Minuten, dann kann man auf die bereits geöffnete Strecke umsteigen. Nach rund 30 Minuten hat man fast die selbe Strecke wie mit dem normalen Zug zurückgelegt und erreicht Kagoshima. Von der Gegend sieht man zu zwei Dritteln nichts, da sie durch bergige Landschaft und somit Milliarden von Tunnels führt.
Kagoshima ist ein beliebtes Ziel von Touris aus Taiwan, China und Korea. Am Informationsschalter wurde ich mit Karten und weiteren Prospekten eingedeckt. In einer Stunde würde eine Rundfahrt zum bekennten Vulkan Sakurajima starten. Das gab mit genug Zeit um im Bahnhof angrenzenden Einkaufszentrum was zu Futtern.
Zu Beginn der dreieinhalb Stunden dauernden Fahrt wurde mir erklärt, dass sie in Japanisch erfolgen würde. Da es keine englische oder Schweizerdeutsche Alternative gab, erklärte ich mich damit zufrieden. So fuhren wir zuerst direkt zum Hafen und dann mit dem Bus auf das Schiff. Die Überfahrt dauerte nur kann 15 Minuten und als wir an Land fuhren, hielt der Bus nochmals kurz an um eine weitere LOL zu den beiden anderen hinzusteigen zu lassen. Oben beim Aussichtspunkt und Schutzbunker konnten wir dann eine Eruption beobachten. Weitere sollten folgen. Auf der Fahrt um den Vulkan erhielten wir Infos über die Bäume, die verschiedenen Ausbrüche, die riesigen Radieschen (bis 20kg!) und die kleinsten Mandarinen. Letztere beiden konnten wir in einem kleinen Laden probieren, dazu gab es einen Honig und Mandarinenschnaps. Wir sahen einen drei Meter hohen Torbogen, der aufgrund der Asche inzwischen gerade mal noch einen halben Meter zum Boden herausragte sowie massive Schutzbunker für die Bevölkerung.
Beim Einbrechen der Nacht waren wir zurück und ich ging ins zwei Minuten vom Bahnhof entfernten Hotel, erhielt den Schlüssel und stellte beim Betreten des Zimmers dann fest, dass es entgegen der Reservierung ein Raucherzimmer war. Zum Glück wusste ich was Nichtraucher auf Japanisch heisst und erhielt dann das richtige Zimmer. Englisch wäre natürlich auch möglich gewesen...
Irgendwo im Ausgangsviertel genehmigte ich mir dann ein Tenpura mit der obligaten Misosuppe und mochiron, den weltberühmten Kagoshima-Nudeln.
Am Sonntag war das Wetter nicht allzu übel mit leichtem Regen. Gut hatte ich am Freitag noch die Vorschau gekuckt und die Sakurajima-Tour am Samstag gemacht. Kurz nach neun verliess ich das Hotel, ass in einem Café was und lernte noch ein bisschen. Dann lief ich Richtung Hafen, zuerst zum Einkaufszentrum “Dolphin-Port”, bei dem viele kleine Marktstände waren und ich verschiedenste Dinge probierte. Von getrocknetem Fisch über Tofu bis zu Kuchen und Zwiebeltee. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.
Dann besuchte ich das Aquarium und verbrachte rund zwei Stunden mit Beobachten von Fischen, Rochen, Seeotter, einer Delphinschau usw. Als ich die vielen Namen so las, stellte ich fest, dass ich nur die Namen der Tiere wusste, die ich vom Sushi oder Sashimi her kenne. Jedoch habe ich einen Namen behalten: Tobihaze. Das heisst auf Deutsch: Schlammspringer. Man weiss ja nie, wann man’s braucht.
Als ich das Aquarium verliess, regnete es ziemlich. Die nächsten vier Stunden lief ich zu einer bekannten Brücke, mehreren Tempeln, Friedhöfen und Statuen.
Gegen Abend kam ich am Bahnhof an und hatte noch rund eine Stunde, bevor der Zug abfuhr. Also hinein ins Café und etwas Trocknen. Die Züge waren gut geheizt, sodass die Jacke und Hose schon recht gut getrocknet hatten bis wir in Hakata-Eki ankamen. Im Bahnhof ass ich dann noch zu Abend und lief nach Hause zurück. Nachdem ich der Gastfamilie von Ausflug berichtete, konnte ich die Wäsche waschen, duschen und zog mich ins Zimmer zurück. Ich war erstaunlicherweise nicht allzu müde und schaute noch eine Stunde höchstintelligentes, japanisches Fernsehen.
Kagoshima ist ein beliebtes Ziel von Touris aus Taiwan, China und Korea. Am Informationsschalter wurde ich mit Karten und weiteren Prospekten eingedeckt. In einer Stunde würde eine Rundfahrt zum bekennten Vulkan Sakurajima starten. Das gab mit genug Zeit um im Bahnhof angrenzenden Einkaufszentrum was zu Futtern.
Zu Beginn der dreieinhalb Stunden dauernden Fahrt wurde mir erklärt, dass sie in Japanisch erfolgen würde. Da es keine englische oder Schweizerdeutsche Alternative gab, erklärte ich mich damit zufrieden. So fuhren wir zuerst direkt zum Hafen und dann mit dem Bus auf das Schiff. Die Überfahrt dauerte nur kann 15 Minuten und als wir an Land fuhren, hielt der Bus nochmals kurz an um eine weitere LOL zu den beiden anderen hinzusteigen zu lassen. Oben beim Aussichtspunkt und Schutzbunker konnten wir dann eine Eruption beobachten. Weitere sollten folgen. Auf der Fahrt um den Vulkan erhielten wir Infos über die Bäume, die verschiedenen Ausbrüche, die riesigen Radieschen (bis 20kg!) und die kleinsten Mandarinen. Letztere beiden konnten wir in einem kleinen Laden probieren, dazu gab es einen Honig und Mandarinenschnaps. Wir sahen einen drei Meter hohen Torbogen, der aufgrund der Asche inzwischen gerade mal noch einen halben Meter zum Boden herausragte sowie massive Schutzbunker für die Bevölkerung.
Beim Einbrechen der Nacht waren wir zurück und ich ging ins zwei Minuten vom Bahnhof entfernten Hotel, erhielt den Schlüssel und stellte beim Betreten des Zimmers dann fest, dass es entgegen der Reservierung ein Raucherzimmer war. Zum Glück wusste ich was Nichtraucher auf Japanisch heisst und erhielt dann das richtige Zimmer. Englisch wäre natürlich auch möglich gewesen...
Irgendwo im Ausgangsviertel genehmigte ich mir dann ein Tenpura mit der obligaten Misosuppe und mochiron, den weltberühmten Kagoshima-Nudeln.
Am Sonntag war das Wetter nicht allzu übel mit leichtem Regen. Gut hatte ich am Freitag noch die Vorschau gekuckt und die Sakurajima-Tour am Samstag gemacht. Kurz nach neun verliess ich das Hotel, ass in einem Café was und lernte noch ein bisschen. Dann lief ich Richtung Hafen, zuerst zum Einkaufszentrum “Dolphin-Port”, bei dem viele kleine Marktstände waren und ich verschiedenste Dinge probierte. Von getrocknetem Fisch über Tofu bis zu Kuchen und Zwiebeltee. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.
Dann besuchte ich das Aquarium und verbrachte rund zwei Stunden mit Beobachten von Fischen, Rochen, Seeotter, einer Delphinschau usw. Als ich die vielen Namen so las, stellte ich fest, dass ich nur die Namen der Tiere wusste, die ich vom Sushi oder Sashimi her kenne. Jedoch habe ich einen Namen behalten: Tobihaze. Das heisst auf Deutsch: Schlammspringer. Man weiss ja nie, wann man’s braucht.
Als ich das Aquarium verliess, regnete es ziemlich. Die nächsten vier Stunden lief ich zu einer bekannten Brücke, mehreren Tempeln, Friedhöfen und Statuen.
Gegen Abend kam ich am Bahnhof an und hatte noch rund eine Stunde, bevor der Zug abfuhr. Also hinein ins Café und etwas Trocknen. Die Züge waren gut geheizt, sodass die Jacke und Hose schon recht gut getrocknet hatten bis wir in Hakata-Eki ankamen. Im Bahnhof ass ich dann noch zu Abend und lief nach Hause zurück. Nachdem ich der Gastfamilie von Ausflug berichtete, konnte ich die Wäsche waschen, duschen und zog mich ins Zimmer zurück. Ich war erstaunlicherweise nicht allzu müde und schaute noch eine Stunde höchstintelligentes, japanisches Fernsehen.
Freitag, 4. März 2011
Der erste Platz
Am Dienstag erhielten wir u. a. die Aufgabe, herauszufinden, wofür der morgige Feiertag ist. Kurz: Am 3. März wird der Tag des Mädchens zelebriert. Über das Mädchen wird eine “Puppe” aus Papier gestrichen, welche die bösen Geister entzieht. Anschliessend wird die Papierpuppe auf einem kleinen Boot befestigt und den Bach hinunter geschickt und somit die bösen Geister weg. Zumindest war das von ein paar Hundert Jahren so. Wie auch anderswo ist dieser Brauch gewachsen, in Kyoto beschweren sich inzwischen zum Beispiel die Fischer. Weiterhin werden auf einem bis zu sieben Stufen umfassenden Treppenbau Puppen aufgestellt, inklusive den mit der Zeit hinzugedichteten drei Helferinnen, fünf Musikern, weiteren drei Samurai sowie Kleiderschränken und einem Ochsenkarren.
Am Mittwoch begann unsere Klasse zu dritt, die anderen hatten einen Aufholtag. Unsere Klassenaufgabe war eine Zeichnung mit drei Stufen zu diesem Thema anzufertigen. Alle waren vom Zeichnen hell begeistert, Ich hatte dann die Idee, dass wir die zusätzlichen, farbig und mit Mustern bedruckten Papierchen so zerschnitten, dass wir damit Kleider zusammenstellen konnten. So begann unsere kleine Bastelstunde. Einer machte die Möbel, der andere schnitt zu und ich klebte. Der Lehrerein gab ich die Aufgabe die Gesichter zuzuschneiden und zu zeichnen. In der letzten Stunde musste jede Klasse ihre Zeichnung vorstellen. Das Präsentieren blieb wieder mal an mir hängen, irgendwie ziehe ich das an.
Später am Nachmittag ging ich ein Reisebüro am Bahnhof und buchte meinen Wochenendausflug nach Kagoshima. Ja, das ist dort, wo sich der Vulkan befindet, der vor ein paar Wochen in der Zeitung war. Mal schauen wie es in Süd-Kyushu aussieht. Inzwischen fährt auch ein Shinkansen bis dort durch, sodass die Reisezeit für 300km rund 2 Stunden beträgt. Ab April, wie ich dann am Abend von der Gastfamilie erfuhr, wird ein neuer Shinkansen die Strecke befahren und gerade mal eine Stunde und fünfzehn Minuten benötigen.
Gestern Abend fand in Hakata-Eki (Eki=Bahnhof) die grosse Eröffnung des Einkaufzentrums statt. Eigentlich wollte ich nicht hingehen, war aber am späteren Nachmittag in der Nähe und tat mir das an. Obwohl mehrere Personen sagten, dass es viele Leute haben würde, war es nicht schlimmer als an einem Samstag in Zürich. Der Unterschieb bestand jedoch darin, dass sehr viel Personal zugegen war und an jedem Eingang oder Ecke jemand stand, der die “vielen” Besucher sehr korrekt hineinlenkten und um die Ecke schickten. Man möge mir den leicht zynischen Unterton verzeihen. Ich hielt mich in eine Weile in der Esswarenabteilung auf und bestaunte die Auslagen.
Gestern verbrachte ich bei bissigen vier Grad rund drei Stunden mit Herumlaufen, Dazwischen gönnte ich mir eine Tasse Kaffee und lernte. Irgendwo auf dem Heimweg ass ich zu Abend.
Hier fühle ich mich auch in den kleinsten Gässchen wohl, hier lauert nix hinter der nächsten Ecke. Zum ersten Mal sah ich eine streunende Katze und eine Frau die mit ihren Kläffer Gassi ging, oder umgekehrt. Pudel sind doof.
Jeweils am Freitag nach dem eigentlichen Unterricht halten die Studenten, die ihren Unterricht beenden, eine kurze Abschiedsrede. Das blüht mir in drei Wochen auch, freue mich schon mächtig.... Heute war zusätzlich die Preisverleihung für das beste Bild des Mädchenfestes vom Mittwoch.
Mochiron (natürlich) haben wir gewonnen. Die Lehrerin und wir erhielten einen kleinen Preis, meiner ist ein Zeichenset für Kalligraphie.
Heute Abend gehen Herr und Frau Han aus und treffen ein paar Freunde. Am Morgen erhielt ich einen Schlüssel und dessen Benutzung erklärt, damit ich selbständig ins Haus und in die Wohnung kann.
In den letzten Tagen hab ich viel Erstaunliches gesehen, von dem ich noch gar nicht berichtet habe. Mochiron ist das Meiste davon Japan-spezifisch, jedoch gibt es auch in der Schweiz so viele Dinge die selbstverständlich sind und kaum Beachtung finden. Mochiron ist es etwas Speziell, einen Würfel Toast von 10x10x10 cm mit einer Glacekugel und Caramelsauce als Dessert, einzeln abgepackte Melonen für 50 Franken das Stück, beheizte Sitzringe in öffentlichen Toiletten oder Personen mit Kleidung à la “Ghost of Christmas past” zu sehen.
Am Mittwoch begann unsere Klasse zu dritt, die anderen hatten einen Aufholtag. Unsere Klassenaufgabe war eine Zeichnung mit drei Stufen zu diesem Thema anzufertigen. Alle waren vom Zeichnen hell begeistert, Ich hatte dann die Idee, dass wir die zusätzlichen, farbig und mit Mustern bedruckten Papierchen so zerschnitten, dass wir damit Kleider zusammenstellen konnten. So begann unsere kleine Bastelstunde. Einer machte die Möbel, der andere schnitt zu und ich klebte. Der Lehrerein gab ich die Aufgabe die Gesichter zuzuschneiden und zu zeichnen. In der letzten Stunde musste jede Klasse ihre Zeichnung vorstellen. Das Präsentieren blieb wieder mal an mir hängen, irgendwie ziehe ich das an.
Später am Nachmittag ging ich ein Reisebüro am Bahnhof und buchte meinen Wochenendausflug nach Kagoshima. Ja, das ist dort, wo sich der Vulkan befindet, der vor ein paar Wochen in der Zeitung war. Mal schauen wie es in Süd-Kyushu aussieht. Inzwischen fährt auch ein Shinkansen bis dort durch, sodass die Reisezeit für 300km rund 2 Stunden beträgt. Ab April, wie ich dann am Abend von der Gastfamilie erfuhr, wird ein neuer Shinkansen die Strecke befahren und gerade mal eine Stunde und fünfzehn Minuten benötigen.
Gestern Abend fand in Hakata-Eki (Eki=Bahnhof) die grosse Eröffnung des Einkaufzentrums statt. Eigentlich wollte ich nicht hingehen, war aber am späteren Nachmittag in der Nähe und tat mir das an. Obwohl mehrere Personen sagten, dass es viele Leute haben würde, war es nicht schlimmer als an einem Samstag in Zürich. Der Unterschieb bestand jedoch darin, dass sehr viel Personal zugegen war und an jedem Eingang oder Ecke jemand stand, der die “vielen” Besucher sehr korrekt hineinlenkten und um die Ecke schickten. Man möge mir den leicht zynischen Unterton verzeihen. Ich hielt mich in eine Weile in der Esswarenabteilung auf und bestaunte die Auslagen.
Gestern verbrachte ich bei bissigen vier Grad rund drei Stunden mit Herumlaufen, Dazwischen gönnte ich mir eine Tasse Kaffee und lernte. Irgendwo auf dem Heimweg ass ich zu Abend.
Hier fühle ich mich auch in den kleinsten Gässchen wohl, hier lauert nix hinter der nächsten Ecke. Zum ersten Mal sah ich eine streunende Katze und eine Frau die mit ihren Kläffer Gassi ging, oder umgekehrt. Pudel sind doof.
Jeweils am Freitag nach dem eigentlichen Unterricht halten die Studenten, die ihren Unterricht beenden, eine kurze Abschiedsrede. Das blüht mir in drei Wochen auch, freue mich schon mächtig.... Heute war zusätzlich die Preisverleihung für das beste Bild des Mädchenfestes vom Mittwoch.
Mochiron (natürlich) haben wir gewonnen. Die Lehrerin und wir erhielten einen kleinen Preis, meiner ist ein Zeichenset für Kalligraphie.
Heute Abend gehen Herr und Frau Han aus und treffen ein paar Freunde. Am Morgen erhielt ich einen Schlüssel und dessen Benutzung erklärt, damit ich selbständig ins Haus und in die Wohnung kann.
In den letzten Tagen hab ich viel Erstaunliches gesehen, von dem ich noch gar nicht berichtet habe. Mochiron ist das Meiste davon Japan-spezifisch, jedoch gibt es auch in der Schweiz so viele Dinge die selbstverständlich sind und kaum Beachtung finden. Mochiron ist es etwas Speziell, einen Würfel Toast von 10x10x10 cm mit einer Glacekugel und Caramelsauce als Dessert, einzeln abgepackte Melonen für 50 Franken das Stück, beheizte Sitzringe in öffentlichen Toiletten oder Personen mit Kleidung à la “Ghost of Christmas past” zu sehen.
Dienstag, 1. März 2011
Die ersten zwei Tage in Fukuoka
Um die berühmten Worten aus einem Science-Fiction Roman zu zitieren:” Unsere Rasse hat mehr vergessen als Eure je wissen wird”. So ähnlich ging es mir vor allem gestern, am ersten Tag in der Schule.
Doch von Anfang an: Am Montagmorgen assen Han-Sama, seine Frau und ich zusammen Frühstück; so richtig im japanischen Stil. Han-Sama hat sein eigenes Geschäft, gerade mal 3 Minuten zu Fuss, wie er mir mitteilt, als wir zusammen das Haus verließen. Nachdem ich in eine andere Richtung aufbrach, fand ich anhand meiner vorbereiten Karte die Sprachschule auf Anhieb. Um 9:30 musste ich dort sein um einen Einstufungstest zu absolvieren, den ich per Internet noch hätte machen sollen und bewusst versifft habe, da klar war, dass an jenem ersten Tag sowieso ein gleicher Test stattfand. Von den vier Seiten hatte ich zwar erst auf der letzen zu kämpfen, nichtsdestotrotz aus der darauf folgenden Nachbesprechung stelle sich heraus, dass es “mein” Niveau nicht gibt. Etwas höher oder etwas tiefer gab es wohl. Also wählte ich das Tiefere um das Vergessene in der restlichen Zeit aufzuarbeiten. Anschliessend erhielt ich noch einen Abrieb mit Do’s und Don’t’s. Das stand ja alles schon in den Begleitdokumenten… Ich liess es über mich ergehen und erhielt meinen Stundenplan, der jede Woche am Freitag neu für die Kommende zusammengestellt wird. Diese Woche jeweils von 9:30 bis 11:30 und 12:30 bis 14:30, täglich vier Stunden. Nach dem Mittagessen, das aus zwei kleinen Reisdreiecken bestand -mehr hatte nach diesem üppigen asa-gohan auch nicht Platz- starteten die ersten Stunden. Das Frühstück bestand übrigens aus zwei grossen, gepressten Reisdreiecken, einer Suppe, einem Stück geräuchertem Lachs und Salat.
Zurück zur Unterricht: Aktuell wird die te-Form behandelt, welche einer außergewöhnlich unregelmässiger Natur entspringt. Wie immer lernt man die Ausnahmen, denn die sind wichtig. Der Rest ist dann einfach. Right.
Die Klasse besteht aus sechs bis sieben Studenten, wobei wir heute nur noch sechs waren und warum eine Person gestern irgendwie dabei war, weiss ich nicht. Muss ich auch nicht. Wieder zurück zur Klasse: Queerbeet verteilt sind die Herkunftsländer: Kanada (blame Canada…), USA und Califormien sowie Grait Britan und Tschilli (Chile).
Ich habe mich einigermaßen duregmetztget und nach dem Unterricht noch weitere drei Stunden in einem Cafè mit Lernen zugebracht. Takusan wasuremashita. Gegen 18h ging ich nach Hause. Normalerweise ist nur das Morgenessen bei der Gastfamilie mit dabei, ein Service der Schule beinhaltet, dass man für gerade mal sechs Franken sich am Abendessen beteiligen kann. So hatte ich schon am Sonntagabend abgemacht, dass ich jeweils Montag und Dienstag mit der Gastfamilie essen würde und wir uns austauschen können. Es gab eine tolle Auswahl an Sashimi und einen grossen Topf mit Sukijaki. Nach dem Essen duschte ich nach japanischer Art und zog mich in mein Zimmer zurück um noch etwas zu lernen. Zehn Minuten Zappen beendeten diesen Tag.
Heute morgen gab es ein etwas kleineres Frühstück, welches im Gegensatz zu gestern zwar auch aus Salat bestand, jedoch begleitet von einem Nan, in welches ein längs geteiltes Würstchen mit Käse überbacken war. Etwas ungewohnt, war aber gut. Dazu wiederum eine Suppe.
Wiederum in der Schule gab ich meine Hausaufgaben ab und wir widmeten uns zweien der unzähligen Zählsuffixes. Ist es jetzt klein oder lang und warum zählt man die Essstäbchen nicht mit den Suffix für Langes??? Abgesehen davon dass eine Melone ebenso wie eine Orange gezählt wird, verwirrte die anderen durchaus ein bisschen. Ging mir auch schon so. Danach kamen ein paar Kanjis dran und bald war es Mittag. Wir gingen zusammen in ein Restaurant und wenn man das Setto nimmt, erhält man gutes, füllendes Essen für ungefähr 8-9 Franken. Nicht dass ich darauf achten würde, dem nicht so festen Japankenner soll nahgebracht werden, dass Nihon nicht teuer ist.
Mit vollen Bauch starteten wir den Nachmittag mit etwas Grammatik über die te-Form, verbanden ein paar Sätze und schickten uns an der Wanddtafel durch die Stadt: mossugu ixte, hitotsume no shingo o hidari ni magatte kudasai. Toshokan wa michi no hidarigawa ga arimasu. (Gehen Sie geradeaus, bei der zweiten Ampel links und dann linkerhand befindet sich die Bibliothek) Alles klar?
Nach der Schule setzte ich mich wieder in ein Kissaten (Cafè) und lernte weiter. Beim Nachtessen konnte ich schon einige Worte mehr als gestern, der Anteil an Englisch nahm schon merklich ab. Frau Han hilft mir und korrigiert mich. Heute gab es frittierte Bällchen mit Huhn, Gehacktem und “Cream”. Nicht in Kombination, jedes war für sich. Dazu erhleiten wir eine Schüssel mit in Sojasauce gebratenens Gemüse und ein schmackhaftes Ei-Krabbenfleisch Gemisch, an dessen Name ich mich schon nicht mehr erinnern kann.
Inzwischen ist es zehn Uhr abends, in der Zwischenzeit habe ich noch geduscht und etwas gelernt sowie diese vielen Zeilen ergänzt. Das war für heute.
Doch von Anfang an: Am Montagmorgen assen Han-Sama, seine Frau und ich zusammen Frühstück; so richtig im japanischen Stil. Han-Sama hat sein eigenes Geschäft, gerade mal 3 Minuten zu Fuss, wie er mir mitteilt, als wir zusammen das Haus verließen. Nachdem ich in eine andere Richtung aufbrach, fand ich anhand meiner vorbereiten Karte die Sprachschule auf Anhieb. Um 9:30 musste ich dort sein um einen Einstufungstest zu absolvieren, den ich per Internet noch hätte machen sollen und bewusst versifft habe, da klar war, dass an jenem ersten Tag sowieso ein gleicher Test stattfand. Von den vier Seiten hatte ich zwar erst auf der letzen zu kämpfen, nichtsdestotrotz aus der darauf folgenden Nachbesprechung stelle sich heraus, dass es “mein” Niveau nicht gibt. Etwas höher oder etwas tiefer gab es wohl. Also wählte ich das Tiefere um das Vergessene in der restlichen Zeit aufzuarbeiten. Anschliessend erhielt ich noch einen Abrieb mit Do’s und Don’t’s. Das stand ja alles schon in den Begleitdokumenten… Ich liess es über mich ergehen und erhielt meinen Stundenplan, der jede Woche am Freitag neu für die Kommende zusammengestellt wird. Diese Woche jeweils von 9:30 bis 11:30 und 12:30 bis 14:30, täglich vier Stunden. Nach dem Mittagessen, das aus zwei kleinen Reisdreiecken bestand -mehr hatte nach diesem üppigen asa-gohan auch nicht Platz- starteten die ersten Stunden. Das Frühstück bestand übrigens aus zwei grossen, gepressten Reisdreiecken, einer Suppe, einem Stück geräuchertem Lachs und Salat.
Zurück zur Unterricht: Aktuell wird die te-Form behandelt, welche einer außergewöhnlich unregelmässiger Natur entspringt. Wie immer lernt man die Ausnahmen, denn die sind wichtig. Der Rest ist dann einfach. Right.
Die Klasse besteht aus sechs bis sieben Studenten, wobei wir heute nur noch sechs waren und warum eine Person gestern irgendwie dabei war, weiss ich nicht. Muss ich auch nicht. Wieder zurück zur Klasse: Queerbeet verteilt sind die Herkunftsländer: Kanada (blame Canada…), USA und Califormien sowie Grait Britan und Tschilli (Chile).
Ich habe mich einigermaßen duregmetztget und nach dem Unterricht noch weitere drei Stunden in einem Cafè mit Lernen zugebracht. Takusan wasuremashita. Gegen 18h ging ich nach Hause. Normalerweise ist nur das Morgenessen bei der Gastfamilie mit dabei, ein Service der Schule beinhaltet, dass man für gerade mal sechs Franken sich am Abendessen beteiligen kann. So hatte ich schon am Sonntagabend abgemacht, dass ich jeweils Montag und Dienstag mit der Gastfamilie essen würde und wir uns austauschen können. Es gab eine tolle Auswahl an Sashimi und einen grossen Topf mit Sukijaki. Nach dem Essen duschte ich nach japanischer Art und zog mich in mein Zimmer zurück um noch etwas zu lernen. Zehn Minuten Zappen beendeten diesen Tag.
Heute morgen gab es ein etwas kleineres Frühstück, welches im Gegensatz zu gestern zwar auch aus Salat bestand, jedoch begleitet von einem Nan, in welches ein längs geteiltes Würstchen mit Käse überbacken war. Etwas ungewohnt, war aber gut. Dazu wiederum eine Suppe.
Wiederum in der Schule gab ich meine Hausaufgaben ab und wir widmeten uns zweien der unzähligen Zählsuffixes. Ist es jetzt klein oder lang und warum zählt man die Essstäbchen nicht mit den Suffix für Langes??? Abgesehen davon dass eine Melone ebenso wie eine Orange gezählt wird, verwirrte die anderen durchaus ein bisschen. Ging mir auch schon so. Danach kamen ein paar Kanjis dran und bald war es Mittag. Wir gingen zusammen in ein Restaurant und wenn man das Setto nimmt, erhält man gutes, füllendes Essen für ungefähr 8-9 Franken. Nicht dass ich darauf achten würde, dem nicht so festen Japankenner soll nahgebracht werden, dass Nihon nicht teuer ist.
Mit vollen Bauch starteten wir den Nachmittag mit etwas Grammatik über die te-Form, verbanden ein paar Sätze und schickten uns an der Wanddtafel durch die Stadt: mossugu ixte, hitotsume no shingo o hidari ni magatte kudasai. Toshokan wa michi no hidarigawa ga arimasu. (Gehen Sie geradeaus, bei der zweiten Ampel links und dann linkerhand befindet sich die Bibliothek) Alles klar?
Nach der Schule setzte ich mich wieder in ein Kissaten (Cafè) und lernte weiter. Beim Nachtessen konnte ich schon einige Worte mehr als gestern, der Anteil an Englisch nahm schon merklich ab. Frau Han hilft mir und korrigiert mich. Heute gab es frittierte Bällchen mit Huhn, Gehacktem und “Cream”. Nicht in Kombination, jedes war für sich. Dazu erhleiten wir eine Schüssel mit in Sojasauce gebratenens Gemüse und ein schmackhaftes Ei-Krabbenfleisch Gemisch, an dessen Name ich mich schon nicht mehr erinnern kann.
Inzwischen ist es zehn Uhr abends, in der Zwischenzeit habe ich noch geduscht und etwas gelernt sowie diese vielen Zeilen ergänzt. Das war für heute.
Sonntag, 27. Februar 2011
Auf dem Weg
Teil 1: Frankfurt, die Sonne brennt, die Frisur auch...
Vor eiern guten Stunde bin ich hier angekommen, die Musik von der Cafeteria dröhnt mir ins Ohr. Habe soeben was Keines gegessen und warte nun bis es weitergeht.
Heute Morgen hat mich meine Mutter am Flughafen verabschiedet nachdem wir noch einen Kaffee getrunken hatten.
Dies war nun die letzte Woche in Gümligen, der Abschied fiel nicht ganz o leicht, hatte es mir doch gut dort gefallen. Am Freitag dann die letzten Vorbereitungen wie die noch reingeschneite Steuerrrechnung und das zu Packende zusammenstellen. Am Morgen jedoch war ich noch kurz im Geschäft, um die Zeiterfassung abzuschließen und den Notebook sowie den Schlüssel zu deponieren. Auf dem Heimweg dann noch kurz die Hemden aus der Reinigung holen und im Coop was zu Essen einkaufen. Gegen den späten Nachmittag fuhr ich nach Chur, besuchte kurz meine Mutter und anschliessend gingen Marcel, Jessi und Wiali ins Restaurant, wo wir im kleinen Kreis Marcel’ Geburtstag feierten. Marcel erzählte uns von seinem Abenteuer in Ecuador. Am späteren Abend fuhr ich dann wieder nach Hause und stellte den Audi in Ruhezustand, soll heissen: Batterie abhänge und Nummern weg. Bis Mitternacht habe ich dann noch gepackt und festgestellt, dass der Rucksack etwas schwer ist. Darum kümmere ich mich dann in Japan.
Als ich so schreibe, sehe ich zufällig mal raus und denke mir so: Der Vogel nebenan ist ja ganz schön gross. Auf den zweiten Blick erkenne ich erst, dass es ein A380 auf dem Flug nach Tokyo mit Namen Tokyo ist.
Teil 2: Es ist Sonntag Mittag, sitze in einem Café im Bahnhof von Shin Osaka und habe die Abfahrtstafeln vom Shinkansen voll im Überblick. Schräg hinter mir steht eine junge Dame, die die Personen, die das Café betreten an den Ausschankschalter hin zeigt. Da kommt mir wieder die Baustelle einer Fassadenrenovation in den Sinn. Item, das gehört einfach zu Japan.
In rund einer Stunde werde ich den Shinkansen besteigen, besser gesagt einen Nozomi, seines Zeichens der schnellste seiner Art: Die ca. 550km von Shin-Osaka bis Hakata macht er in gut zweieinhalb Stunden.
Gestern stieg ich dann in den Flieger, hatte meine gewünschten Gang-Platz und ohne Verzögerung hoben wir ab. Es folgte elf Stunden von “Boring, boing, boing”. Habe ein paar Sitcoms und den Film RED geschaut, dazwischen gab es Abendessen. Anschliessend folgte eine äußerst kurze Nacht, gefolgt von einem außergewöhnlich gewöhnlichem Frühstück. Müde, pünktlich und im Sonnenschein trafen wir in Osaka Kansai ein. Die Einreise- und Zollformularitäten gingen einfach von der Hand, wenn auch mit ziemlich gebrochenem Japanisch. Den Bancomaten hatte ich schnell gefunden und mit ein paar einheimischen Scheinen in der Tasche fühlt man sich schon gleich besser. Das Kapitel mit dem Nichtsoganzverstehen folgte danach am Bahnschalter, als ich die Tickets nach Hakata kaufen wollte. Der Schalterbeamte konnte nicht so ganz nachvollziehen, dass ich es nicht eilig hatte und nicht den unmittelbaren Anschlusszug benötigte. Nach etwa 45 Minuten Fahrt kam ich in Shin-Osaka an und gönnte mir in einer zuerst einmal eine 500 Yen- also eine 6-Franken-Udon-Nudelsuppe mit einem Stück geräuchertem Fisch drin. Damit wäre der erste Hunger gestillt.
Der geneigte Leser mag sich fragen, ob ich mir das Schreiben des Logbuches auf meinem altgedienten Hobbytouchscreen-Mobile antue. Sicher nicht! Ich habe vor ein paar Monaten ein Netbook gekauft, um einerseits ein leichtes Eingabe- und Anzeigegerät herumzutragen und andererseits um abzuschätzen, ob das was taugt. Ja und nein. Ja, es taugt zum Schreiben und nein, es reicht kaum für was anderes. Kein Wunder gehen die Verkaufzahlen zurück. Es würde mich auch nicht wundern, wenn diese Gerät sein unsägliches Ende an einer Laterne findet. Doch dieses Kapitelchen hat nicht direkt mit der Reise zu tun.
Mir fällt gerade auf, dass -während mir der Sitznachbar unvermittelterweise und ohne schlechtes Gewissen seinen Zigarettenrauch vor der Nase vorbeiziehen lässt- das Rauchen in den Lokalitäten noch gang und gäbe ist.
Teil 3: Bei der Gastfamilie angekommen, zum Zweiten… irgendwie
Inzwischen bin ich in meinem Zimmer angekommen. Dass das einfach ist, steht auf einem anderen Blatt. Die reise mit dem Shinkansen war von akuten Müdigkeitsanfällen abgesehen wieder mal ein Erlebnis. Da kann der Zug Züri-Bern einpacken. Habe viel Gegend schnell gesehen und kam pünktlich in Hakata um 16:45 an. Noch auf dem Bahnhof rief ich die Gastfamilie an, resp. die Nummer die darauf stand. Nach ewigem Läuten nahm dann doch jemand ab und fragte mich was ich in eine Kirche wolle. ??? Naja, wohl die Telefonnummer falsch abgeschrieben. Wie erwarte war das dann nicht der Fall und ich rief bei der mobilen Nummer an, wogleich prompt erst recht keiner abnahm.????? Ich hatte ja die Adresse und die schon mal vorsorglich in der Schweiz ausgedruckt. Also lief ich dorthin um festzustellen, dass in dem Haus tatsächlich eine Kirche war Ich kürze jetzt ab. Der Hausherr war ziemlich verblüfft mich zu sehen, konnte jedoch gegen die “Reservierung” erstmals auch nix sagen. Die Leute baten mich herein, luden mich zum Nachtessen ein. Da an sich das Nachtessen beim Homestay nicht dabei ist, habe ich ja auf dem Weg zu Abend gegessen… Dann ass ich also zu Abend, nochmals. Hatte ein paar ganz nette Unterhaltungen, in der Zwischenzeit rief der verwirrte Hausherr die Schule an um dies zu klären. Ein halbe Stunde später stand dann ein Mensch von der Sprachschule vor der Tür, er bringe mich nun zu meiner richtigen, auf mich mit dem Abendessenwartenden Gastfamilie vorbei. Nun ja, Han und Kan sind ja fast gleich… Nichtsdestotrotz luden mich die Leute vom Gospelchörli ein, ich solle doch mal vorbeischauen.
Danach kam ich wieder bei der Gastfamilie an, wir habe ein bisschen geredet, die Regeln besprochen, die Wohnung erklärt bekommen und ich konnte endlich mal Duschen. Juhee. Gleich gehe ich ins Bett, morgen beginnt die Sprachschule um halb zehn, ein Wahnsinnsmarsch von fünfzehn Minuten.
Vor eiern guten Stunde bin ich hier angekommen, die Musik von der Cafeteria dröhnt mir ins Ohr. Habe soeben was Keines gegessen und warte nun bis es weitergeht.
Heute Morgen hat mich meine Mutter am Flughafen verabschiedet nachdem wir noch einen Kaffee getrunken hatten.
Dies war nun die letzte Woche in Gümligen, der Abschied fiel nicht ganz o leicht, hatte es mir doch gut dort gefallen. Am Freitag dann die letzten Vorbereitungen wie die noch reingeschneite Steuerrrechnung und das zu Packende zusammenstellen. Am Morgen jedoch war ich noch kurz im Geschäft, um die Zeiterfassung abzuschließen und den Notebook sowie den Schlüssel zu deponieren. Auf dem Heimweg dann noch kurz die Hemden aus der Reinigung holen und im Coop was zu Essen einkaufen. Gegen den späten Nachmittag fuhr ich nach Chur, besuchte kurz meine Mutter und anschliessend gingen Marcel, Jessi und Wiali ins Restaurant, wo wir im kleinen Kreis Marcel’ Geburtstag feierten. Marcel erzählte uns von seinem Abenteuer in Ecuador. Am späteren Abend fuhr ich dann wieder nach Hause und stellte den Audi in Ruhezustand, soll heissen: Batterie abhänge und Nummern weg. Bis Mitternacht habe ich dann noch gepackt und festgestellt, dass der Rucksack etwas schwer ist. Darum kümmere ich mich dann in Japan.
Als ich so schreibe, sehe ich zufällig mal raus und denke mir so: Der Vogel nebenan ist ja ganz schön gross. Auf den zweiten Blick erkenne ich erst, dass es ein A380 auf dem Flug nach Tokyo mit Namen Tokyo ist.
Teil 2: Es ist Sonntag Mittag, sitze in einem Café im Bahnhof von Shin Osaka und habe die Abfahrtstafeln vom Shinkansen voll im Überblick. Schräg hinter mir steht eine junge Dame, die die Personen, die das Café betreten an den Ausschankschalter hin zeigt. Da kommt mir wieder die Baustelle einer Fassadenrenovation in den Sinn. Item, das gehört einfach zu Japan.
In rund einer Stunde werde ich den Shinkansen besteigen, besser gesagt einen Nozomi, seines Zeichens der schnellste seiner Art: Die ca. 550km von Shin-Osaka bis Hakata macht er in gut zweieinhalb Stunden.
Gestern stieg ich dann in den Flieger, hatte meine gewünschten Gang-Platz und ohne Verzögerung hoben wir ab. Es folgte elf Stunden von “Boring, boing, boing”. Habe ein paar Sitcoms und den Film RED geschaut, dazwischen gab es Abendessen. Anschliessend folgte eine äußerst kurze Nacht, gefolgt von einem außergewöhnlich gewöhnlichem Frühstück. Müde, pünktlich und im Sonnenschein trafen wir in Osaka Kansai ein. Die Einreise- und Zollformularitäten gingen einfach von der Hand, wenn auch mit ziemlich gebrochenem Japanisch. Den Bancomaten hatte ich schnell gefunden und mit ein paar einheimischen Scheinen in der Tasche fühlt man sich schon gleich besser. Das Kapitel mit dem Nichtsoganzverstehen folgte danach am Bahnschalter, als ich die Tickets nach Hakata kaufen wollte. Der Schalterbeamte konnte nicht so ganz nachvollziehen, dass ich es nicht eilig hatte und nicht den unmittelbaren Anschlusszug benötigte. Nach etwa 45 Minuten Fahrt kam ich in Shin-Osaka an und gönnte mir in einer zuerst einmal eine 500 Yen- also eine 6-Franken-Udon-Nudelsuppe mit einem Stück geräuchertem Fisch drin. Damit wäre der erste Hunger gestillt.
Der geneigte Leser mag sich fragen, ob ich mir das Schreiben des Logbuches auf meinem altgedienten Hobbytouchscreen-Mobile antue. Sicher nicht! Ich habe vor ein paar Monaten ein Netbook gekauft, um einerseits ein leichtes Eingabe- und Anzeigegerät herumzutragen und andererseits um abzuschätzen, ob das was taugt. Ja und nein. Ja, es taugt zum Schreiben und nein, es reicht kaum für was anderes. Kein Wunder gehen die Verkaufzahlen zurück. Es würde mich auch nicht wundern, wenn diese Gerät sein unsägliches Ende an einer Laterne findet. Doch dieses Kapitelchen hat nicht direkt mit der Reise zu tun.
Mir fällt gerade auf, dass -während mir der Sitznachbar unvermittelterweise und ohne schlechtes Gewissen seinen Zigarettenrauch vor der Nase vorbeiziehen lässt- das Rauchen in den Lokalitäten noch gang und gäbe ist.
Teil 3: Bei der Gastfamilie angekommen, zum Zweiten… irgendwie
Inzwischen bin ich in meinem Zimmer angekommen. Dass das einfach ist, steht auf einem anderen Blatt. Die reise mit dem Shinkansen war von akuten Müdigkeitsanfällen abgesehen wieder mal ein Erlebnis. Da kann der Zug Züri-Bern einpacken. Habe viel Gegend schnell gesehen und kam pünktlich in Hakata um 16:45 an. Noch auf dem Bahnhof rief ich die Gastfamilie an, resp. die Nummer die darauf stand. Nach ewigem Läuten nahm dann doch jemand ab und fragte mich was ich in eine Kirche wolle. ??? Naja, wohl die Telefonnummer falsch abgeschrieben. Wie erwarte war das dann nicht der Fall und ich rief bei der mobilen Nummer an, wogleich prompt erst recht keiner abnahm.????? Ich hatte ja die Adresse und die schon mal vorsorglich in der Schweiz ausgedruckt. Also lief ich dorthin um festzustellen, dass in dem Haus tatsächlich eine Kirche war Ich kürze jetzt ab. Der Hausherr war ziemlich verblüfft mich zu sehen, konnte jedoch gegen die “Reservierung” erstmals auch nix sagen. Die Leute baten mich herein, luden mich zum Nachtessen ein. Da an sich das Nachtessen beim Homestay nicht dabei ist, habe ich ja auf dem Weg zu Abend gegessen… Dann ass ich also zu Abend, nochmals. Hatte ein paar ganz nette Unterhaltungen, in der Zwischenzeit rief der verwirrte Hausherr die Schule an um dies zu klären. Ein halbe Stunde später stand dann ein Mensch von der Sprachschule vor der Tür, er bringe mich nun zu meiner richtigen, auf mich mit dem Abendessenwartenden Gastfamilie vorbei. Nun ja, Han und Kan sind ja fast gleich… Nichtsdestotrotz luden mich die Leute vom Gospelchörli ein, ich solle doch mal vorbeischauen.
Danach kam ich wieder bei der Gastfamilie an, wir habe ein bisschen geredet, die Regeln besprochen, die Wohnung erklärt bekommen und ich konnte endlich mal Duschen. Juhee. Gleich gehe ich ins Bett, morgen beginnt die Sprachschule um halb zehn, ein Wahnsinnsmarsch von fünfzehn Minuten.
Sonntag, 20. Februar 2011
Noch wenige Tage
Sitze im Zug nach Bern, das letzte Mal. Noch ist es knapp eine Woche bevor ich aufbreche. Jetzt wird die verbleibende Zeit in der Schweiz absehbar. Vergangenen Freitag fand bis auf längeres der letzte Jassabend bei Barbara statt. Thömas, Knupp und ich wurden wieder vorzüglich verköstigt. Danke Barbara! Und vielleicht bis in Kanada.
Am Freitag hatte ich noch die letzten Rechnungen per E-Banking ausgeführt, die Steuererklärung ausgefüllt und abgeschickt. Ebenso hatte ich die Abredezusatzversicherung für die unbezahlte Abwesenheit eingezahlt. Nun bin ich wie jede gute Schweizer mehrfach versichert und habe eine halbes Dutzend Telefonnummern von Unternehmen, die sich bei einem Problem um mich kümmern (wollen). Gestern nach dem Ausschlafen kümmerte ich mich noch um das Entsorgen von Glas, PET und Kleinmetall sowie um das Zusammenstellen meiner Reiseunterlagen. Ich habe alles, was ich nicht in elektrischer Form hatte, eingescannt, ausgedruckt und mir per E-Mail zugesandt. Darunter befinden sich auch der Reisepass und die Konto und Kreditkarten, letztere jedoch ohne die letzten vier Zahlen und die Prüfziffer. Sollten die Papiere abhanden kommen, könnte niemand damit etwas anfangen könnte und da ich fast jederzeit auf ein E-Mail Konto zugreifen kann, habe ich die Infos wieder schnell beisammen…. Natürlich ist die Idee gut, sie ist ja auch von mirJ
Das wären die reisetechnischen Vorbereitungen. Letzte Woche war ich noch im Transa und habe mir noch ein paar Kleidungsstücke gegönnt, die ich brauchen werde. Neben einer winddichten Jacke und einer Hose kaufte ich Merino-Unterwäsche für’s Wandern. So warm ist es auch in Japan noch nicht und eventuell in Kanada kann es recht frisch werden. Zusätzlich erwarb ich eine wunderschöne, rote Pellerine damit ich mich gegenüber der Umgebung farblich abgrenzen kann, und natürlich auch gegen den Regen. Den Rest der Klamotten packe ich am nächsten Freitag, kurz vor Abreise. Die Themen passen nicht so ganz zusammen, zuerst Schule und dann Wandern, resp. unterwegs sein widerspricht sich im Stil etwas. Das ist ein Detail, gehe ja nicht auf Brautschau.
Abonnieren
Posts (Atom)