Heute ist so der erste richtige Tag, an dem ich mir Zeit nehme und die letzten paar Monate zu beschreiben. Noch sind es -auf den Tag genau- zwei Wochen bis ich ins Flugzeg steige. Ich kann heute nicht mehr so genau sagen, wann ich beschloss wieder einmal länger in die Ferien zu fahren, besser gesagt wieder einmal auf Reisen zu gehen. Ich glaube es war inrgendwann im letzten Frühling: Ihch war mit dem Auto zu einem Kunden unterwegs, und um pünktlich zu sein, fuhr ich frühzeitig los, sodass ich vielleicht 20 Minuten vor dem Termin da war. Also wartete ich im Auto und genoss das frühlingshafte Wetter. vielleicht war es damals, vielleicht auch weil ich mit jemandem über Ferienpläne philosophiert habe.
Schnitt. irgendwann im Juni: Ich stelle fest, ich arbeite auf ein Burnout hin. Wie alltäglich dies ist, sehe ich in meiner Umgebung. Und ohne darauf tiefer einzugehen, musste ich etwas unternehmen. Unter anderem fiel mir der Gedanke zu einem jener Warteminuten oder Diskussion wieder ein: Reisen, ich muss wieder mal Reisen.
Erste Frage: "Wie lange?" Zweite Frage "Wann?" Dritte Frage: "Wohin?" Natürlich ergaben sich Folgefragen, die mir alle jedoch nicht so wichtig schienen. Die Beantwortung der ersten Frage ist massgeblich von aussen, als von der Firma beeinflusst, die zweite weniger. Also galt es, dies zuerst zu klären. Aus unternehmerischer Sicht verstehe ich, dass solche Abwesenheiten nicht gewünscht sind, vor allen aus dem zukünfigen Mandat, dass sich noch ergeben sollte. Andererseits hätte das 2010 auch so schlecht weitergehen können, wie das 2009 aufhörte. an dieser Stelle gehe ich nicht weiter auf die Gespräche in der Firma ein, dies soll ja ein Reisebericht und kein Protokoll mit persönlichen Einschätzungen.
Somit war dann im Juli klar, dass es eine auf vier Monate beschränkte Auszeit sein durfte, welche auf meinen Wunsch hin vom März bis Juni 2011 dauerte. Somit war noch die Antwort zur dritten Frage ausstehend. Südamerika? Nein, da der Herbst beginnt. Süd-, Schwarzfrika? Eher nein, reizt mich immer noch nicht so. Europa? Auch nicht? Was als einer der beiden Hauptpunkte klar war, dass ich bei meiner Schwester vorbei will, nach ihren Winterberichten lieber im Sommer. Also würde dies der Abschluss sein. Durch die USA reisen? Könnte man sich vorstellen, jetz mit einem vernünftigen Präsidenten. Apropos, dakommt mir ein Witz in den Sinn, der hier ganz gut passt: Georg W. Bush hat ja ein Buch geschrieben; er hätte besser eines gelesen. Hehehe. Mir gefällt der. Nachdem sich ja herausgestellt hat, dass Teile davon anderswo abgeschreben wurden, hätte er's wohl besser sein lassen.
Ich schweife ab...
Warum nicht Kanada? Da war ich noch nicht und es soll ja ganz schön sein, habe ich mal gehört: "Z'Kanada hets Wauld u Houlz, abr det frisst Di dä Bär..." Gut. Kanada dann. Wie lange. wird sich noch klären. Und wohin geht es am Anfang? Obwohl nicht so dargestellt, war natürlich Japan immer in der näheren Auswahl. Somit war Japan (wieder einmal) gesetzt. Ich machte mir noch ein paar Gedanken, bis ich mir irgendwann im August oder September im Klaren war, dass ich, um das Japanisch aufzufrischen, in eine Sprachschule möchte. Nach kurzer, innerer Diskussion fiel die Entscheidung für Fukuoka. vier Wochen sollten reichen, damit ich wieder auf einem passablen Stand bin. Ich habe die Sprachschule über das Internet gebucht und werde bei einer Gastfamilie sein, die rund 30 Minuten zu Fuss von der Sprachschule entfernt wohnt. Wenn ich dann in der Nähe bin, werde ich noch Ausflüge nach Südkorea und Taiwan machen.
Ich habe bis jetzt noch DEN wesentlichen Teil meiner Reise nicht augeführt. Seit rund zwei Jahren, als ich das erste mal davon hörte, faszinierte mich der Pilgerweg der 88 Tempel auf Shikoku. Dies war -und ist- der zentrale Beweggrund für die Auszeit. Der Weg läuft im Wesentlichen rund um die Insel Shikoku herum und kann in 30-50 Tagen erfahren werden. Wie so oft, ist nicht das Ziel das Ziel, sondern der Weg. Neben den 88 Haupttemplen existieren noch 20 Nebentempel, die ich ebenfalls aufsuchen möchte. Zusammen ergibt dies rund 1400 Kilometer zu Fuss zurückzulegen. Und jeden tag gibrt es japanische Hausmannskost in den Gasthäusern, die an der Strecke liegen. Wie es wirklich aussehen wird, wird sich zeigen. Ich habe inzwischen die Wanderkarten sowie Telefonnummern von den Gasthäusern, damit ich mich ein, zwei tage vorher anmelden kann: "Konnichi wa. Watashi wa Marc desu, yoyaku o shitte itai desu..." (Guten Tag, ich heisse Marc und möchte eine Reservation machen..).
Somit habe ich mein Programm zusammen, welches etwa so aussieht:
26.02. Abflug nach Osaka, Verschieben nach Fukuoka
28.02.-26.03. Sprachschule
01.04.-15.05. Pilgerweg der 88 Tempel
anschl. Taiwan
02.06. Flug nach Vancouver
anschl. Hauruckreise durch Kanade
ca. 20.06. Ankunft bei Daniela und Family
03.07. Rückkehr und Ankunft in Zürich
Das Bild veranschaulicht das ganze noch etwas:
Weiter geht es morgen, oder so.

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